verantwortet die Themenfelder Personal und Bildung
Bildung@Bethel
Was uns im Bildungsbereich herausfordert
Zeitalter Bildung
Bildung – angesichts der erheblichen Veränderungsdynamiken in Gesellschaft, Sozialwirtschaft und in Kirche und Diakonie müssten wir eigentlich ein (neues) Zeitalter der Bildung ausrufen. Müssten wir, wenn nicht tatsächlich die Ressourcen für gute Bildung, sowohl die finanziellen als auch die Zeit, die Mitarbeitende für Bildung aufbringen können, eher rückläufig wären. Was vor Jahren noch zwei- oder mehrtägige Veranstaltung brauchte und hatte, findet heute in halbtägigen Formaten oder anderthalbstündigen Videoformaten statt. Vermitteln lässt sich darüber notwendiger fachlicher Inhalt – die persönliche Auseinandersetzung und Selbstreflexion, der Diskurs mit Kolleginnen und Kollegen und die Vernetzung mit Menschen anderer Fachbereiche oder Institutionen bleibt eher auf der Strecke. Wir wissen, dass zu guter Bildung kognitives, soziales und emotionales Wachstum gehören und müssen dennoch zuweilen anders handeln.
Die Zunahme von Unterweisungsthemen, also Inhalten, die Mitarbeitende aus Gründen der Arbeitssicherheit, dem Brandschutz, dem Schutz von Klientinnen und Klienten oder guter Pflegequalität wissen und beherrschen müssen nimmt zu. Bildung & Beratung Bethel hat hier ein breites Angebot digitaler Unterweisungen aufgebaut. Bildung also, die ich auf meinem Handy oder dem Dienst-PC erhalten kann. Asynchrone Bildungsformate wird das heute genannt. Bildung-Teilnehmende steuern die Bildung, das Tempo, den Zeitpunkt usw. selbst. Und tatsächlich sind auch andere digitale Bildungsformate, eine gute Mischung aus Lernen in Präsenz und in der Gruppe sowie in digitalen Formaten eine Antwort auf die o.g. Herausforderungen. Unsere Bildungsinstitute haben sich längst in dieses Segment hineingearbeitet und haben auch hier ein bemerkenswertes professionellen Niveau erreicht.
Der demographische Wandel in weiten Teilen der Mitarbeitendenschaft, die Ruhestandswellen der sog. Babyboomer sorgen dafür, dass ein erheblicher Generationenwechsel im gesamten Unternehmen stattfindet und uns die nächsten Jahre herausfordern wird. Wissens- und Erfahrungstransfer haben darum Bedeutung, damit Übergänge gelingen, ein gutes Maß an Kontinuität und Verlässlichkeit für breite Teile unserer Klientinnen und Klienten sichergestellt werden kann. Auch hier ergeben sich hohe Bildungsbedarfe. Diese bilden sich längst nicht nur in Aufträgen der Bildungsinstitutionen ab, sondern erlangen besonders in alltäglichen, interkollegialen Kontakten oder solchen zu Klientinnen, Klienten und ihren Angehörigen Relevanz.
Pflegeberufe im Focus
Der viel diskutierte Fachkräftemangel wirkt sich besonders bei pflegerischen Berufen gravierend aus. Sowohl Kliniken als auch Pflegedienste und -einrichtungen buhlen um (junge) Menschen, die sich den Beruf einer Pflegefachkraft oder eines Pflegefachassistenten vorstellen können. Das Internet wird bespielt, in Socialmedia sind wir unterwegs. Die Kolleginnen und Kollegen der Pflegeschule Nazareth tummeln sich auf Berufsmessen und anderen Veranstaltungen, um Interessentinnen und Interessenten für diese Ausbildungen zu gewinnen. Glücklicherweise hat sich die Nachfrage an den Pflegeschule Nazareth erfreulich stabil gehalten. Das liegt auch daran, dass hier die Pflegefachkraft in Vollzeit (3 Jahre) und in Teilzeit (4 Jahre) ausgebildet wird. Dazu haben sich zwei Ausbildungsgruppen pro Jahr in der Pflegefachassistenz (1-Jährig) etabliert. Die Bundesregierung hat nun nach langen Bemühungen mit dem Bundestag entschieden, dass die Pflegefachassistentenausbildung ab 2027 auf 1,5 Jahre verlängert wird. Das trägt zu einer deutlich verbesserten Ausbildungsqualität bei. Hiermit steigen auch die Vergütungen für die Pflegeschule, was uns finanziell sehr helfen wird. Vor dem Hintergrund einer deutlich steigenden Zahl von Menschen mit Migrationsgeschichte in den Ausbildungsgängen haben Bedarfe an zusätzlicher Sprachförderung und sozialer Beratung deutlich zugenommen. Die Kolleginnen und Kollegen an der Pflegeschule tun alles dafür, um Ausbildungswege aller Auszubildenden bestmöglich zu fördern und damit der nachhaltigen Gewinnung von Fachkräften zu dienen.
Diakonische Bildung
Auch über die bereits im Vorwort beschriebene Säkularisierung und Pluralisierung der Mitarbeitendenschaft transportieren sich mannigfaltige Bildungsthemen, die unter anderem auch durch die Bildungsträger der Stiftung Nazareth wahrgenommen werden. Von diakonischer Basisbildung für neue Mitarbeitende oder Teilnehmende im Betheljahr, über diakonische Reflexionen fachlicher Themen in der Aus-, Fort- und Weiterbildung bis hin zur Förderung von Führungskräften zu Fragen diakonischer Identität und Profilgestaltung reicht hier eine wahrlich große Angebotspalette. Flexibel an Bedarfen und Möglichkeiten der Kundinnen und Kunden ausgerichtet wird Bildung zu pass- und zielgenauen Formaten. Da leisten unsere Mitarbeitenden in den Bildungsinstituten wirklich gute und intensive Arbeit. Damit auch unsere Referentinnen und Referenten selbst gutes Rüstzeug mit auf den Weg bekommen haben wir im Berichtszeitraum ein neues Format erfunden: diakonische Bildung für Bildungsschaffende. Sie alle sind neben allen fachlichen Spezialthemen, die sie zu vertreten haben, auch wichtige Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für das „Diakonische“ in Bethel und weit darüber hinaus.
Über die dynamischen Veränderungsprozesse in Kirche und Diakonie ergaben sich in den letzten Jahren auch Veränderungen in der Ausbildung von Diakoninnen und Diakonen. Die Berufsbegleitende Ausbildung an der Evangelischen Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde erfreut sich weiter guter Nachfrage. Viele Teilnehmende kommen aus kirchlichen und gemeindlichen Bezügen und wollen sich für die sog. Interprofessionellen Pastoralteams qualifizieren. Anders war die Entwicklung an der Fachhochschule der Diakonie, an der nun der Bachelor-Studiengang Diakonie und Soziale Arbeit eingestellt werden musste. Gemeinsam mit der Stiftung Nazareth und der diakonischen Stiftung Wittekindshof hat die Hochschule nun ein Master-Angebot „Diakonik - Interprofessionelle Leitung - Organisationale Bildung - Diakonische Profilentwicklung“ entwickelt, mit den Absolventinnen und Absolventen von grundständigen sozialberuflichen Bachelor-Abschlüssen nun weiter studieren und sich diakonisch für Führungsaufgaben in Kirche und Diakonie qualifizieren können. Das ist bundeweit der erste Studiengang mit diesem inhaltlichen Schwerpunkt und auf diesem Abschlussniveau. Wir wünschen dem Studiengang und den Beteiligten an der Hochschule alles erdenklich Gute, für das Gelingen. Wir danken Prof. Dr. Markus Schmidt für ein Engagement, nicht nur, aber auch und besonders, an dieser Stelle.
Einkehrarbeit neu und vernetzt gedacht
Pastorin Dr. Annette Kurschus hat sich, seit sie in Bethel tätig geworden ist, sehr für die Begleitung der Diakonissen genossenschaftlicher Form in Sarepta und für die Entwicklung der Einkehrarbeit eingesetzt. Aus letzterer Aufgabe ist sie im April 2026 ausgeschieden, um andere Aufgaben im Verbund Bethels und im Auftrag des Vorstands wahrzunehmen. Das hat uns vor die Frage gestellt, ob und wie wir weitermachen mit diesem kleinen, aber durchaus feinen und geschätzten Bildungssegment. Mit Auftrag des Vorstands hat sich nun eine Projektgruppe aus beiden Gemeinschaften und Vertreterinnen der Bildungsstätten sowie der Zionsgemeinde auf den Weg gemacht, neue und gemeinsame Ideen und Strukturen zu entwickeln. Über die Ergebnisse werden wir dann später an anderer Stelle und sicher auch im nächsten Jahresbericht Auskunft geben können.
Dynamische Entwicklungen bei Freiwilligendiensten
Schließlich soll noch ein kurzer Blick auf die Arbeit der Freiwilligenagentur geworfen werden. Kein Bildungsangebot unter unserem Dach ist derart großen politischen Dynamiken und permanenten Veränderungsanforderungen ausgesetzt, wie die Freiwilligendienste. Stand in den zurückliegenden Jahren (zumeist im Sommerloch journalistischer Berichtserstattung) die Frage eines sozialen Pflichtjahres im Mittelpunkt, so ist es nun angesichts der diskutierten Wiedereinführung der Wehrpflicht das Wiederaufleben lassen des Zivildienstes. Vieles an diesen Debatten ist Schall und Rauch. Vieles wirkt sich aber auch unmittelbar auf die Arbeit der Freiwilligenagentur Bethel aus. Die Mitfinanzierung des Bundes zu Freiwilligendiensten war in den letzten Jahren sehr brüchig, mittlerweile hat sich hier manches stabilisiert. In diesem Jahr sind wir nun besonders durch die Umstellung der allgemeinbildenden Schulen mit Abiturabschlüssen von G8 auf G9 herausgefordert. Es fehlt in NRW ein ganzer Abiturjahrgang und damit ist unklar, ob wir auch in 2026 wieder annähernd 500 Betheljahr-Teilnehmende gewinnen können. Das Team um Diakon Stefan Homann leistet viel, um mit allen diesen Anforderungen und Ungewissheiten umgehen zu können. Dafür sind wir in den Stiftungen Sarepta und Nazareth, aber auch im ganzen Verbund Bethels, sehr dankbar.
Wolfgang Roos
Vorsitzender der Direktion
Pflegeschule Nazareth
Schulleiterin der Pflegeschule Nazareth
Die Pflegeschule Nazareth hat sich im Berichtszeitraum von Sommer 2025 bis Sommer 2026 weiterentwickelt und sich im Markt der pflegerischen Ausbildungsanbieter in Bielefeld einen festen Platz erarbeitet. Mit 230 Teilnehmenden in zehn Kursen bieten wir ein breit gefächertes Qualifizierungsangebot für unterschiedliche pflegerische Ausbildungen. Weiterhin werden die etablierten Ausbildungswege zur Pflegefachperson in Voll- und Teilzeit und die einjährige Ausbildung zur Pflegefachassistentin bzw. zum Pflegefachassistenten angeboten. Ab dem 01.01.2027 wird die Pflegefachassistenzausbildung auf 18 Monate verlängert, hierzu entwickelt die Pflegeschule derzeit neue Konzepte mit sprachsensiblem Unterricht und Erhöhung des simulativen Lernens im Skills Lab. Die Pflegeschule Nazareth wird zudem ab dem 01.03.2027 erstmalig einen Pflegefachassisstenzkurs in Teilzeit mit ausbildungsbegleitender Sprach- und Lernförderung anbieten.
Die Nachfrage an Ausbildungsplätzen ist nach wie vor hoch und zeigt uns, dass curriculare Veränderungen, eine deutliche Aufwertung des Lernens im Skills Lab und die lernfreundliche Atmosphäre in unserer Schule junge Menschen anspricht, an dieser Schule ihre Ausbildung zu beginnen. Mit unserem 16-köpfigen Team entwickeln wir beständig unsere Angebote weiter, integrieren digitale Lernangebote und Tools in die Unterrichtsgestaltung und ermöglichen so eine zeitgemäße Pflegeausbildung. Unsere hochmodernen, digital ausgestatteten Räumlichkeiten bieten dafür vielfältige Möglichkeiten.
Im Berichtszeitraum haben Diana Neubauer-Zantopp, Judith Stöger (Dozentinnen) und Jonas Lubrich (Öffentlichkeitsarbeit) ihre Tätigkeit an der Pflegeschule Nazareth aufgenommen. Nancy Seppendorf hat erfolgreich ihren Masterabschluss erlangt. Es hat uns sehr beeindruckt, dass sie neben ihrer engagierten Lehrtätigkeit an unserer Schule im Rahmen der Masterarbeit ein innovatives Skills Lab Konzept für unsere Schule entwickelt hat.
„Wir vernetzen Lebenswelten“: An der Pflegeschule Nazareth lernen Menschen aus mehr als 40 verschiedenen Herkunftsländern, Kulturen und Religionen. Der Anteil zugewanderter Auszubildender steigt beständig. Die Pflegeschule Nazareth gehört zum Netzwerk „Schule ohne Rassismus“ und positioniert sich eindeutig gegen Diskriminierung, sexualisierte Gewalt und Mobbing. Wir tragen unser diakonisches Verständnis in unsere Ausbildungskurse und fördern ein friedenstiftendes Miteinander über kontinuierliche ethisch reflexive Anteile in unseren Lehrveranstaltungen und außerschulischen Aktivitäten.
Die bereits seit Oktober 2024 in Kooperation mit dem Sprachinstitut der AWO Bielefeld ausbildungsbegleitenden Sprachkurse konnten 2025 auf drei Kurse erweitert werden. Die Resonanz darauf ist sehr gut und zeigt sehr gute Erfolge. Der Kurs ist für Teilnehmende kostenfrei und wird durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert.
Im Jahr 2025 feierten wir gemeinsam mit unseren Auszubildenen jeweils bei Kursbeginn und Kursende Einführungs- und Abschlussgottesdienste in der Zionskirche, welche von den Auszubildenden sehr dankbar angenommen wurden.


Beide Bilder: Sommerfest Pflegeschule Nazareth September 2025
Im Rahmen eines Sommerfestes für alle Auszubildenen im September 2025 erlebten wir ein wertschätzendes und fröhliches Miteinander und genossen den wunderschönen Sommertag in unserem schönen Schulgarten mit vielen Spielen, gutem Essen und schönen Begegnungen.
Diesen nutzen wir ebenfalls für unsere gemeinsame Weihnachtsfeier mit Krippenspiel und echtem Weihnachtsmann.
Pflegefachassistentenausbildung
Der Fachkräftemangel hat den Beruf der Pflegefachassistentin bzw. des Pflegefachassistenten – besonders in der stationären Langzeitpflege – an Bedeutung gewinnen lassen. Gemeinsam mit der Altenhilfe Bethel OWL gGmbH entwickelte die Pflegeschule Nazareth die einjährige Ausbildung nach NRW-Richtlinie, welche ebenfalls nach AZAV zertifiziert ist. Dadurch ist auch in diesem Ausbildungsgang eine Förderung über das Qualifizierungschancengesetz möglich.
Im Berichtszeitraum starteten zwei Kurse mit insgesamt 54 Teilnehmenden, gemischt aus Teilnehmenden der Altenhilfe Bethel OWL gGmbH, des evangelischen Klinikums Bethel und weiteren Kooperationseinrichtungen der Pflegeschule Nazareth. Alle Teilnehmenden haben das staatliche Examen erfolgreich absolviert.
Abschlüsse in der Pflegefachpersonenausbildung
Im Berichtszeitraum konnten wir 29 Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner mit einem erfolgreich bestandenen staatlichen Examen verabschieden. Viele der Absolventinnen und Absolventen haben im Anschluss an die Ausbildung in unterschiedlichen Bereichen in Bethel ihre berufliche Karriere fortgesetzt.
Praxistransfertage und Skills Lab
Die Praxistransfertage haben sich mittlerweile bei allen Ausbildungsträgern etabliert. Auszubildende bekommen dadurch die Möglichkeit durch gezielte Lernangebote einen direkten Transfer der theoretischen Inhalte in das Praxisfeld zu erleben.
Die verantwortlichen Praxisanleitenden gestalten diese Tage inhaltlich, planen gezielte Anleitungssituationen und geben Lernaufgaben. Zusätzlich besteht die Möglichkeit ausgewählte Angebote im Skills Lab der Pflegeschule wahrzunehmen. Dieses Konzept wird von den Auszubildenden nach wie vor sehr positiv aufgenommen. Der „dritte Lernort“ eröffnet vielfältige Lern- und Austauschmöglichkeiten für Praxisanleitende, Lehrende und Auszubildende.
Pflegeausbildung live erleben
Dreimal im Jahr öffnen wir unsere Türen und ermöglichen Interessierten, am Unterricht oder im Skills Lab teilzunehmen, mit Auszubildenden ins Gespräch zu kommen, sich über Bewerbungsvoraussetzungen beraten zu lassen und vieles mehr. Die hohe Resonanz mit ca. 150 Teilnehmenden im Jahr 2025/2026 bestätigt uns darin, diese Veranstaltung weiterhin anzubieten.
Aufgrund der hohen Präsenz der Pflegeschule an zahlreichen Veranstaltungen der Öffentlichkeitsarbeit (Tag der Ausbildung, Nacht der Berufe, Berufsmessen etc.) und der verbesserten Online-Auftritte, haben sich die Bewerbungen für die Pflegeschule deutlich erhöht, sodass alle Kurse mit durchschnittlich 28 Teilnehmenden starten konnten.

Kursstart Pflegefachassisstenz Kurs PflAss 03
Rückblick
Am 31.10.2025 haben wir unseren geschätzten Schulleiter Thomas Kreutz in seinen wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Er hat sieben Jahre maßgeblich den Aufbau der neuen generalistischen Pflegeausbildung entwickelt und die ehemalige Altenpflegeschule zu einer modernen Pflegeschule weiterentwickelt. Er hat durch seine hohe Innovationsbereitschaft und seine Leidenschaft für die pädagogische Arbeit, die Schule und das Team der Pflegeschule zukunftsfähig aufgestellt.
Wir danken ihm sehr für seine großartige Leitung!
Seit dem 1. November 2026 ist die Leitung der Pflegeschule an Christiane Freese mit ihrer Stellvertreterin Verena Drescher übergegangen.
Christiane Freese
Schulleiterin der Pflegeschule Nazareth
Bildung & Beratung Bethel
Geschäftsführerin Bildung & Beratung Bethel
Struktur und Reichweite
Diese Zahlen spiegeln nicht nur das stabile Fundament unserer Bildungsarbeit wieder, sondern auch die Reichweite, mit der wir regionale und überregionale Zielgruppen erreichen.
Die vergangenen 12 Monate standen für unser Bildungsinstitut im Zeichen eines ganz besonderen Meilensteins: dem 20-jährigen Bestehen von Bildung & Beratung Bethel (BBB).
Der Berichtszeitraum von Sommer 2025 bis Sommer 2026 war geprägt von Rückblicken, innovativen Impulsen und einer weiterhin konstant hohen Nachfrage nach unseren zertifizierten Weiterbildungen und Beratungsformaten.
Im Folgenden freuen wir uns, Ihnen die Highlights des vergangenen Jahres zu präsentieren:
Schwerpunkt: 20 Jahre B&BB – Wissen, Begegnung und Inspiration
Seit nunmehr zwei Jahrzehnten steht das Institut Bildung & Beratung Bethel für qualifizierte Fort- und Weiterbildung im sozialen Sektor. Dieses Jubiläum haben wir zum Anlass genommen, um DANKE zu sagen.
Unter dem Motto „20 Jahre B&BB – Bildung, die bewegt – Beratung, die begleitet“ haben wir das Jubiläumsjahr mit besonderen Aktionen gefeiert. Ein echtes Highlight für unsere Kunden und alle Interessierten waren die „Jubiläums-Pulsschläge“: Kostenlose Live-Online-Seminare, mit denen wir wertvolles Expertenwissen direkt und unkompliziert geteilt haben.
Weiterentwicklung der digitalen Angebote & Zukunftsthema KI
Die kontinuierliche Erweiterung unserer digitalen Lernpakete hat sich zu einer festen Größe unseres Erfolgs entwickelt. Was einst mit dem Fokus auf Arbeitsschutz begann, hat sich im vergangenen Berichtszeitraum um weitere hochrelevante, fachspezifische Themen vergrößert: Neu hinzugekommen sind eigens entwickelte digitale Lernmodule zu den Themen Hygiene, Gewaltschutz sowie freiheitsentziehende Maßnahmen. Durch diese inhaltliche Detaillierung und Flexibilität konnten wir unsere Zielgruppe nachhaltig sichern und ausbauen. Derzeit nutzen etwa 9.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
unsere digitalen Fortbildungsangebote – darunter sowohl interne Mitarbeitende der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel als auch externe Firmen, die von der zeitlichen und örtlichen Unabhängigkeit unserer Schulungsinhalte profitieren.
Ein besonderer Schwerpunkt lag im vergangenen Jahr zudem auf dem Zukunftsfeld Künstliche Intelligenz (KI).
Als Team haben wir uns intensiv mit den Chancen und Anwendungsbereichen von KI im Bildungs- und Beratungskontext auseinandergesetzt und wertvolles eigenes Know-how aufgebaut. Erste Praxis-Schulungen wurden bereits erfolgreich durchgeführt. Auf dieser Grundlage entwickeln wir derzeit neue, maßgeschneiderte digitale Formate rund um das Thema KI, die in Kürze auf den Markt kommen werden.
Was boomt aktuell? – Unsere Klassiker und Beratungsformate
Unsere langjährigen Angebote, die Führungskräfte-Weiterbildungen, „Erfolgreich führen“ sowie die Aufbau-Reihe „Erfolgreich führen – Next Level“, sind weiterhin nachgefragte Trainings auf dem Markt. Durch die regelmäßige Anpassung an aktuelle methodische und gesellschaftliche Herausforderungen treffen diese Angebote immer wieder den Nerv der Zeit. Ebenso verzeichnen all unsere individuellen Beratungsformate (Coaching, Organisationsberatung, Moderation und Live-Online-Begleitung) eine unvermindert hohe Nachfrage.
Innovation braucht Kompetenz & Gemeinschaft
Hinter all diesen Erfolgen und der Innovationskraft der vergangenen 20 Jahre stehen unsere Mitarbeitenden. Wir investieren weiterhin konsequent in die systematische Qualifizierung unseres Teams, um den Qualitätsanspruch auch in Zukunft zu sichern. Dass wir auch als Gemeinschaft aktiv sind, zeigte sich unter anderem bei der erfolgreichen Teilnahme am Stadtradeln Bielefeld, bei dem das Team eifrig Kilometer sammelte.
Ausblick
Mit dem Rückenwind aus 20 Jahren erfolgreicher Bildungsarbeit blicken wir optimistisch in die Zukunft. Auch mit unserem neuen Programm werden wir flexible, praxisnahe Lösungen für die Herausforderungen im sozialen Bereich bieten. Wir danken allen Teilnehmenden, Dozierenden, Partnern und Mitarbeitenden für die vertrauensvolle Zusammenarbeit im Jubiläumsjahr und freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Schritte.
Dr. Katrin Krohne-Klaus
Geschäftsführerin Bildung & Beratung Bethel
Evangelische Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde
Geschäftsführerin der Ev. Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde
In jedem Kurs beschäftigen sich ca. 20 neue Führungskräfte an fünf Terminen mit der Frage, in welcher Weise sie die Verantwortung für die diakonische Prägung ihres Zuständigkeitsbereichs übernehmen können. Dazu gehört u.a. die Frage der Bearbeitung von ethischen Herausforderungen, die Kompetenz Entscheidungen multirational abzuwägen, die Wahrnehmung von spirituellen und seelsorglichen Bedarfen und schließlich auch ein achtsamer Blick auf sich selbst in all den Anforderungen des Führungsalltags. Die erste Gruppe mit zwanzig Teilnehmenden hat die Reihe im Umfang von vierzig Stunden inzwischen erfolgreich absolviert. Im November 2026 startet bereits die vierte Gruppe.
Die Geschäftsführung der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal hat entschieden, dass sie ihre Führungskräfte noch intensiver zu diakonischen, ethischen, seelsorglichen und theologischen Fragen fortbilden lassen will. So bieten wir dort den „Basiskurs Diakonie für Führungskräfte“ jetzt im dritten Durchlauf mit je 18 Personen an.
Der Basiskurs Diakonie ist weiterhin unser klassischer Grundlagenkurs, der für alle interessierten Haupt- und Ehrenamtlichen aus Kirche und Diakonie offen ist. Er ist der Einstieg in ein modularisiertes Bildungssystem, das bis zum Examen zur Diakonin/zum Diakon reicht. Für alle Module zusammen gab es im vergangenen Jahr 452 Anmeldungen.
Sehr erfreulich ist außerdem, dass die Nachfrage nach unserer berufsbegleitenden Ausbildung zur Diakonin/zum Diakon nach wie vor gut ist. Im Jahr 2025 nahmen insgesamt 28 Menschen zum Teil weite Wege in Kauf, weil die Ev. Bildungsstätte mit ihrem modularisierten Bildungssystem und dem Wechsel von digitalen und präsentischen Seminartagen ein attraktives Angebot bietet. Neu ist: Viele der Absolventinnen und Absolventen streben eine Stelle in einem interprofessionellen Pastoralteam in einer Kirchengemeinde an. Die breite Mischung an Tätigkeitsfeldern in Kirche und Diakonie erleben alle Beteiligten als große Bereicherung für die Ausbildung einer eigenen diakonischen Identität.
Schließlich sind die Seminare für neue Mitarbeitende zur Einführung in die diakonischen Grundlagen in den vBS Bethel (mit über 350 Teilnehmenden in 2025), aber auch bei anderen Trägern, nach wie vor ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. So kommen wir in Hagen, Freistatt, Lemgo, Bielefeld, Dortmund und Hannover mit Menschen aus allen Berufsgruppen darüber ins Gespräch, wie sie an unserem diakonischen Auftrag mitwirken.
Mit insgesamt zwölf Personen mit unterschiedlich großen Stellenanteilen in Lehre und Verwaltung machen wir als Team mit einem Stellenumfang von insgesamt 7 Vollzeitkräften diakonische Bildung mit haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden aus Diakonie und Kirche.
Mit insgesamt zwölf Personen mit unterschiedlich großen Stellenanteilen gestaltet das Team der Ev. Bildungsstätte diakonische Bildung mit haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden aus Diakonie und Kirche.
Dieses Video gibt einen kleinen Einblick in unsere Arbeit:

Diakonin Dr. Kathrin Sundermeier
Geschäftsführerin der Ev. Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde
Freiwilligenagentur Bethel
Leitung Freiwilligenagentur
Im Sommer 2025 ist der 24. Jahrgang im Betheljahr erfolgreich gestartet. Insgesamt 479 junge Männer und Frauen haben Ihren Dienst entweder im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder im Bundesfreiwilligendienst (BFD) aufgenommen. Damit konnten wieder fast 90 % der aus den Einsatzstellen in den
v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel gemeldeten Stellen besetzt werden und es hat sich gezeigt, dass das Betheljahr als Freiwilligendienst bei den jungen Menschen einen hohen Stellenwert hat. Das wird besonders deutlich in Bielefeld und dem angrenzenden Ostwestfalen. In dieser Region konnten 405 der gemeldeten 445 freien Plätze belegt werden.
So viele junge Menschen in einem so begrenzten Raum für einen Freiwilligendienst in Bethel zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes und sicher Einmaliges in Deutschland und belegt die hohe Attraktivität unseres Angebots. Dabei spielt sicher eine Rolle, dass wir in Bethel ein höheres Taschengeld bezahlen, als viele andere Träger, um auf der einen Seite den freiwilligen Einsatz der jungen Menschen zu würdigen und zudem auch den jungen Menschen einen Freiwilligendienst zu ermöglichen, die aus finanziell schlechter gestellten Haushalten kommen. Es bestätigt aber auch die Ergebnisse unserer Befragungen unter den Freiwilligen im Betheljahr, dass die jungen Menschen mit ihrem Betheljahr sehr zufrieden sind und im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis sehr positiv über ihre Erfahrungen in Bethel berichten. Ebenfalls erfreulich ist die Tatsache, dass 54 Freiwillige ihr Betheljahr nach dem Ablauf der 12 Monate um bis zu sechs Monate verlängert haben.

Dieser große Erfolg ist wie immer nur möglich, weil sich so viele Menschen in Bethel, als Anleitende und Dienstvorgesetzte, als Kolleginnen und Kollegen, als Ehrenamtliche um die Freiwilligen kümmern und mit dafür Sorge tragen, dass das Betheljahr von vielen jungen Menschen als sehr gewinnbringend für ihr Leben wahrgenommen wird.
Aber auch außerhalb Bethels gibt es viele Menschen, die positiv über das Betheljahr berichten, wie ehemalige Freiwillige, Eltern und Verwandte, Freundinnen und Freunde des Betheljahres, Kolleginnen und Kollegen in anderen Institutionen und bei anderen Trägern, ohne diese Unterstützung wäre diese erfolgreiche Umsetzung nicht möglich.
Insgesamt haben sich im vergangenen Jahr 1066 junge Menschen aus Deutschland für ein Betheljahr beworben. Nur im Jahr davor waren es geringfügig mehr. Der Anteil junger Männer im Betheljahr ist mit 34 % leider weiter geringer als der Anteil junger Frauen. Dieses Verhältnis spiegelt sich aber auch in den Zahlen anderer Träger wieder und ist bundesweit typisch. Traditionell sind Freiwilligendienste für junge Frauen scheinbar interessanter. Gemeinsam mit unserem Dachverband den Ev. Freiwilligendiensten und anderen Trägerorganisationen arbeiten wir daran, den Anteil junger Männer in den nächsten Jahren weiter zu erhöhen.
Auch das internationale Betheljahr erfreut sich weiter großer Beliebtheit. Nach den schwierigen Corona-Jahren gelingt es nun fast wieder die Freiwilligenzahlen des Vor-Corona-Jahres zu erreichen. Im vergangenen Sommer haben 35 junge Menschen aus dem Ausland ihr Betheljahr begonnen, obwohl es weiter in vielen Ländern des globalen Südens nicht immer einfach ist, rechtzeitig ein notwendiges Visum für Deutschland zu bekommen. Wir begegnen dieser Herausforderung, in dem wir mehr Verträge schließen, als für die geplanten 40 Plätze im internationalen Betheljahr erforderlich sind und in dem wir junge Menschen aus vielen verschiedenen Ländern ansprechen. Im vergangenen Jahr sind Menschen, u.a. aus Georgien, Guatemala, Ruanda, Italien, Benin und der Türkei zu uns gekommen. Wir gehen davon aus, dass viele dieser Freiwilligen im Anschluss an ihr Betheljahr eine Ausbildung in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen beginnen werden.

Erfreut können wir zur Kenntnis nehmen, dass die finanziellen Rahmenbedingungen für Freiwilligendienste in Deutschland in den vergangenen 12 Monaten wieder verlässlicher geworden sind. Durch die angespannte Haushaltslage im Bund wurden auch die finanziellen Zuschüsse für die Freiwilligendienste gekürzt. Zeitgleich kamen finanzielle Zusagen immer später und machten eine verlässliche Finanzplanung schwieriger. Durch diese Entwicklungen sind Plätze in den Freiwilligendiensten weggefallen.
In Bethel konnte eine solche Kürzung zum Glück vermieden werden.
Diese positive finanzielle Entwicklung hat sicher auch damit zu tun, dass der Stellenwert der Freiwilligendienste durch die umfassende öffentliche und politische Diskussion rund um einen sozialen Pflichtdienst, der möglichen Wiedereinführung des Zivildienstes oder eines Gesellschaftsjahres wieder gestiegen ist. Es wird in diesen politischen Debatten deutlich, wie wichtig das freiwillige soziale Engagement von jungen Menschen für deren Entwicklung, aber auch für die sozialpflegerische Arbeit und den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist. Das Ziel aller dieser Bemühungen ist der politische Wunsch, mehr Menschen zu einem sozialen Engagement zu bewegen, da macht es keinen Sinn das funktionierende System der Freiwilligendienste im Vorfeld zusammen zu kürzen.
Dabei können Freiwilligendienste wie das Betheljahr, wie auch alle anderen Formen von sozialem und freiwilligem Engagement junger Menschen in unserer Gesellschaft, eine Antwort auf die zunehmende Individualisierung, Spaltung und Machtorientierung auf vielen Ebenen politischen und gesellschaftlichen Denkens und Handelns sein. Die aktuelle Diskussion, auch um ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr, wie aber auch unsere eigenen Erfahrungen zeigen, dass es gut und wichtig ist, freiwillig Zeit und Energie für diese Gesellschaft zu investieren und sich Menschen zuzuwenden, die am Rande dieser Gesellschaft stehen.
Seit April 2026 bis Ende Januar 2028 führen wir ein durch die Ev. Kirche von Deutschland gefördertes Projekt mit dem Titel „Werte, Demokratie und Umgang mit Diskriminierung“ durch. Das Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung von Moduleinheiten, die die aktive Auseinandersetzung der Freiwilligen mit demokratischen und diversitätsbewussten Werten fördert und die Selbstwirksamkeit dazu aktiviert. Das Projekt beinhaltet zudem die Schulung und Weiterbildung der Bildungsreferentinnen und -referenten, um sowohl in der Umsetzung der Seminare als auch in der pädagogischen Begleitung der Freiwilligen einen sicheren und kompetenten Umgang mit den genannten Themen sicherzustellen. Das Konzept wird über eine Kooperation mit dem CVJM Deutschland erprobt und anschließend über die Ev. Trägergruppe Freiwilligendienste weiteren Trägern zur Verfügung gestellt.
Durch das bereits seit 2021 bestehende Projekt zur interkulturellen Öffnung und zum Diversity Management ergibt sich so ein ganzheitlicher auf die Strukturen ausgerichteter Prozess, der der Vielfalt der Menschen, die ein Betheljahr absolvieren, gerecht werden möchte.
Der kommende Jahrgang, der 25. im Betheljahr seit seiner Gründung, bietet dafür eine andere, ganz besondere Herausforderung für das Betheljahr. Durch die Rückkehr zu 13 Schuljahren bis zum Abitur an Gymnasien in Nordrhein-Westfalen fehlen im Abgangsjahrgang 2026 viele Abiturientinnen und Abiturienten. Die Freiwilligenagentur Bethel als Träger des Freiwilligendienst hat sich in den letzten Jahren auf diese Situation vorbereitet und das Online-Marketing im Bereich Social Media, aber auch die Präsenz auf Messen und in Schulen besonders in Bielefeld und Ostwestfalen deutlich verstärkt, um damit das Betheljahr noch bekannter zu machen und Zielgruppen zu erreichen, die bislang im Betheljahr weniger repräsentiert waren. Dabei ging es insbesondere um Minderjährige und Abgängerinnen und Abgänger von Haupt-, Sekundar- und Realschulen. Jetzt kurz vor Start zeigt sich, dass diese Bemühungen erfolgreich gewesen sind. Kalkuliert wurde der Jahrgang mit bis zu 25 % unbesetzten Stellen im Betheljahr, entsprechend der fehlenden Bewerberinnen und Bewerber. Tatsächlich scheinen aber nur bis zu 10 % der Plätze frei zu bleiben. Ein weiterer Beleg für die anhaltend hohe Wertschätzung die das Betheljahr bei jungen Menschen hat. Dabei haben uns die Kolleginnen und Kollegen in den Einsatzstellen tatkräftig unterstützt, die mit spannenden und gut begleiteten Hospitationen dafür sorgen, dass sich so viele junge Menschen dann auch tatsächlich für ein Betheljahr entscheiden und zudem Werbung im Familien- und Freundeskreis machen.
Im Zuge des nun beginnenden Jubiläumsjahrgangs, in dem verschiedene Aktivitäten geplant sind, um auf die wachsende Bedeutung des Betheljahres hinzuweisen, wurden von ehemaligen Freiwilligen oft in Kooperation mit aktuellen Freiwilligen einige Podcasts produziert in dem die jungen Menschen, aber auch andere Wegbegleiter des Betheljahres, über ihre Erfahrungen und Geschichten aus dem Betheljahr erzählen. Es lohnt sich die Folgen anzuhören, um mehr über das Betheljahr zu erfahren. Sie finden den Podcast auf unserer Internetseite, www.betheljahr.de.

Stefan Homann
Leitung der Freiwilligenagentur
Stabsstelle Personal & Bildung
Personalgewinnung/Recruiting
Personalleitung Stabsstelle Personal & Bildung
Die Gewinnung von Fachkräften stellt weiterhin gerade in den ambulanten und stationären Altenhilfebereichen sowie in den Hospizen eine große Herausforderung dar.
Um dem entgegenzuwirken, haben wir seit längerer Zeit ein zentrales Recruiting-Team aufgebaut, welches die unterschiedlichen Maßnahmen zur Personalgewinnung steuert und die Personalmarketingmaßnahmen koordiniert. Wir versuchen gerade bei Bewerbungen von Pflegefachkräften die Kandidatinnen innerhalb von kurzer Zeit zu kontaktieren und Perspektiven bei uns zu ermöglichen.
Wir nutzen weiterhin verschiedene Portale (z.B. Indeed) und schalten Werbung über die üblichen Social-Media-Kanäle. Liken oder folgen Sie gerne unseren Social-Media-Kanälen (@pflegejobs_altenhilfe_bethel auf Instagram oder Facebook) oder besuchen Sie uns auf unserer neuen Recruiting Homepage (https://www.pflegejobs-bethel.de).

Ebenso binden wir unsere eigenen Mitarbeitenden in die Gewinnung von neuen Kolleginnen und Kollegen ein, in dem wir Prämien zahlen, wenn neue Mitarbeitende durch sie geworben werden (Mitarbeitende werben Mitarbeitende). Das aktive Ansprechen von Personen auf Messen und auf Jobportalen ist uns ebenso weiterhin wichtig.
Im Rahmen unserer internen Personalentwicklung nutzen wir gezielt und erfolgreich die Möglichkeiten der Beschäftigtenförderung durch die Agentur für Arbeit, um Pflegehilfskräfte zu Pflegefachkräften oder Pflegefachassistent/innen weiter zu qualifizieren. Ergänzend nehmen Mitarbeitende gezielt an Qualifizierungsmaßnahmen zur Vorbereitung auf die Externenprüfung zur Pflegefachassistenz teil.
Onboarding – Einarbeitungskonzept
In einem längeren internen Prozess unter Beteiligung der Führungskräfte aus den Pflegebereichen wurde das Einarbeitungskonzept überarbeitet und nachgeschärft. Dabei sind neue Checklisten für die verschiedenen Qualifikationen und eine neue Willkommensmappe erarbeitet worden.
Mitarbeitendenvertretungswahlen 2026
Im ersten Quartal 2026 wurden nach Veränderung der Strukturen (u.a. wegen des Betriebsübergangs der Pflege- und Betreuungsdienste Bethel gGmbH in die Stiftung Sarepta) und einer neuen Wahlordnung drei neue Mitarbeitendenvertretungen (MAV) gewählt.
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MAV Sarepta (für die Mitarbeitenden der Stiftung Sarepta)
mit 9 Mitgliedern,
Vorsitzende ist Frau Yvonne Hartmann) -
MAV Altenhilfe OWL (für die Mitarbeitenden der Altenhilfe Bethel OWL gGmbH)
mit 9 Mitgliedern,
Vorsitzender ist Herr Dario Rolon) -
MAV Bildung (für die Mitarbeitenden der Stiftung Nazareth und der Fachhochschule der Diakonie gGmbH (seit 01.09.2026 Hochschule der Diakonie gGmbH])
mit 5 Mitgliedern,
Vorsitzender ist Herr Diakon Heinz-Jürgen Uffmann
Daneben wurden auch die Vertrauenspersonen der beschäftigten schwerbehinderten Menschen gemäß § 177 SGB IX neu gewählt:
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Herr Dominik Tange für die Stiftung Sarepta
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Herr Dario Rolon für die Altenhilfe Bethel OWL gGmbH
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Herr Simon Bleischwitz für die Stiftung Nazareth und die Hochschule der Diakonie gGmbH
Darüber hinaus ist Herr Manuel Abel als neuer Sprecher in den Sprecherausschuss gewählt worden.
Diakonische Kultur
Auch im zurückliegenden Jahr haben wir wieder alle Mitarbeitenden zu einem Gottesdienst der Stiftungen Sarepta und Nazareth eingeladen. In diesem Gottesdienst begrüßten wir insbesondere die Mitarbeitenden, die neu in unserem Unternehmen sind. Sie wurden ebenso mit Segen und guten Wünschen ausgestattet, wie die Mitglieder der neuen MAVen. Das anschließende „Grillvergnügen“ im Garten des Hauses der Stille fand bei bestem Wetter rege Nachfrage.
Die alljährliche Führungskräfteklausur fand wieder im schönen Hotel Schnitterhof in Bad Sassendorf statt. Leitthema war dieses Mal das Thema psychische Belastungen von Führungskräften. Der rege Austausch wurde abgerundet mit einer abendlichen Andacht im Kurpark.
Diakoninnen, Diakone, Diakonissen und Diakonische Schwestern
Zu den Stiftungen und Gemeinschaften gehören annähernd 1.000 Mitglieder. Nach dem Beschluss zu Beendigung der Entsendungspraxis im Jahr 2023, folgte die sukzessive Überleitung von Entsendungsverträgen in direkte Arbeitsverträge bei internen oder externen Trägern. Dieser Prozess (s.u.) ist weitgehend abgeschossen. Rund 40 Schwestern und Brüder sind nach wie vor in Entsendungsverträgen beschäftigt, weil sich Überleitungen nicht ohne Nachteile für sie realisieren ließen.
Für diese Geschwister wurde im ersten Quartal dieses Jahrs auch ein neuer Vertretungsausschuss mit drei Mitgliedern gewählt, der die Interessen der Geschwister im Entsendungsverhältnis gegenüber der Direktion der Stiftungen Sarepta und Nazareth vertritt:
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Diakon Paul-Christian Luschnat (Vorsitzender)
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Diakon Frank Ebeling
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Diakonin Frauke Duval-Zupp
Unabhängig von der Entsendungspraxis engagieren sich die Stiftungen mit den Gemeinschaften für gute Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten (siehe Bericht Ev. Bildungsstätte), für Beratung in beruflichen Entwicklungs- oder Konfliktlagen, für die Weiterentwicklung von Berufsprofilen und die Vernetzung mit kirchlichen und verbandlichen
Organisationen (Verband evangelischer Diakonen, Diakoninnen und Diakonatsgemeinschaften in Deutschland e.V. (VEDD), Kaiserswerther Verband (KWV).
Die dynamischen Veränderungsprozesse besonders im kirchlichen Umfeld wirken sich unmittelbar auf die Arbeitswirklichkeiten von Diakoninnen und Diakonen aus. Die Gründung von sog. Interprofessionellen Pastoralteams im gemeindlichen Feld ist eine Reaktion auf die zurückgehende Anzahl von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie auf Reorganisationsbedarfe bei stetig zurückgehenden Zahlen von Kirchenmitgliedern. Zugleich suchen diakonische Träger (auch Bethel) nach neuen Formen, diakonische Identität und Profil erkennbar und einladend zu leben. Hierbei sind alle diakonisch qualifizierten Mitarbeitenden, besonders aber die Schwestern und Brüder unserer Gemeinschaften, gefordert, an ihren jeweiligen Einsatzstellen diakonische Kultur und Identität erlebbar mitzugestalten. Beide Gemeinschaften sind gute Orte, um Erfahrungen auszutauschen und sich an- und miteinander zu stärken.
Tabelle zu der Anzahl der Geschwister im Entsendungsverhältnis (Stand 07/2026)
Entsendungen Sarepta und Nazareth
| Bereich | Sarepta | Nazareth | Summe |
| Stiftung Bethel (Bethel.regional) | 1 | 5 | 6 |
| EvkB | 0 | 1 | 1 |
| Stiftung Bethel, Zentraler Bereich | 1 | 3 | 4 |
| Stiftung Sarepta | 1 | 1 | 2 |
| Ruhend | 0 | 2 | 2 |
| Kirche | 0 | 9 | 9 |
| Diakonie | 2 | 9 | 11 |
| Extern | 0 | 4 | 4 |
| Gesamt | 5 | 34 | 39 |
Neue Aufgaben und Themen
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Kompetenzmodell für Führungskräfte
In einem gemeinsamen Prozess in den vBS Bethel unter Federführung der Stabsstelle Personal ist ein neues Kompetenzmodell für Führungskräfte entstanden, welches in unserer letzten Führungskräfteklausur im Juni 2026 vorgestellt und genutzt wurde. Dieses Modell soll zukünftig Grundlage für die Entwicklung von Auswahl-, Personalentwicklungsverfahren und Mitarbeitendengesprächen für Führungskräfte sein.
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Rechtssichere Beschäftigung von Honorarkräften in der Bildungsarbeit
Durch gesetzliche Veränderungen wurde eine Übergangsregelung zum rechtssicheren Einsatz von Lehrkräften auf Honorarbasis bis zum 31.12.2027 geschaffen. Mit allen Einrichtungen im Bildungsbereich, die Honorarkräfte einsetzen, wurden die bisher Beschäftigten im Hinblick der aktuellen Rechtsprechung und Gesetzeslage analysiert. Ferner wird zusammen mit den Führungskräften an einer weiterhin rechtssicheren Einsatzmöglichkeit von Lehrkräften gearbeitet.
Digitalisierung der Personalarbeit
Die Digitalisierung der Personalprozesse schreitet weiter voran und die zukünftige Nutzung der KI kann uns ebenfalls bei unseren Prozessen unterstützen. Neben der Einführung eines neuen Dokumentationsprogramms P&D in der stationären Altenhilfe sind weitere Einführungen von digitalisierten Programmen (z.B. Dienstplanprogramm, Fort- und Weiterbildungsabrechnung, digitale Erstellung von Dokumenten für die Personalprozesse, etc.) geplant.
Die personalführende Personaldatenbank incl. digitaler eAkte bleibt der Grundstein für unsere Personalarbeit und bietet Schnittstellenmöglichkeiten zu anderen Programmen. Dadurch verändern sich auch laufend die Prozesse, die neu beschrieben und implementiert werden müssen.
Mitarbeitendenstatistik in den Stiftungen Sarepta und Nazareth


Stabsstelle Personal & Bildung
Die multiprofessionelle Stabsstelle (Jurist, Dipl. Psychologin, Dipl. Betriebswirtin, Diakon, Dipl. Sozialarbeit, Sozialmanagerin (BA), Verwaltungsfachkräften) besteht aus insgesamt 8 Mitarbeitenden (6 Teilzeitkräfte und 2 Vollzeitkräfte), die verschiedene Referentenfunktionen (4 Mitarbeitende) und Teamassistenzfunktionen (3 Mitarbeitende) wahrnehmen.
Neben der Beratung von Führungskräften und Ansprechfunktion für die Mitarbeitenden, dem Personalmarketing/Recruiting, der Personalentwicklung, der Zuständigkeit für das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM), dem Gesundheitsmanagement, etc. nimmt die Abwicklung der administrativen personalwirtschaftlichen und arbeitsrechtlichen Aufgaben der Personalarbeit viel Zeit in Anspruch.
Diakon Joachim Hood
Personalleitung Stabsstelle Personal & Bildung
