Ökonomisch verantwortlich handeln
Die Jahresabschlüsse 2025 sind in beiden Stiftungen erfreulich ausgefallen und es konnten höhere Ergebnisse erreicht werden, als wir sie in der Planung prognostiziert haben. Die positiven Effekten wurden unter anderem durch Einmaleffekte erreicht, obwohl die Bereiche im Wesentlichen die erwarteten Ergebnisse erreichen konnten.
Die Stiftung Nazareth erzielte ein Ergebnis von 506 T€. Die inhaltlich wie auch finanziell gute Entwicklung der Pflegeschule sowie ein Grundstücksverkauf innerhalb des Verbundes der vBS Bethel (+167 T€) tragen maßgeblich zur Ergebnisverbesserung bei.
Auch das Institut Bildung & Beratung Bethel konnte seine Planung erreichen. Die Nachfrage von externen Kunden ist dabei weiter hoch und hat gegenüber dem Vorjahr weiter zugenommen. Intern ist die Nachfrage dagegen rückläufig. Auch im Studiengang für Lehrende an Pflegeschulen (Berufspädagogik) ist eine zurückgehende Nachfrage zu verzeichnen. In den letzten Jahren haben sich viele neue Anbieter in diesem Marktsegment etabliert, sodass die Konkurrenz um Studierende deutlich zugenommen hat.
Das Ergebnis der Pflegeschule Nazareth ist um 138 T€ besser ausgefallen als geplant. In der Pflegeschule Nazareth lag die Zahl der durchschnittlich belegten Schulplätze bei 211 und damit 11 über der Planung. Es werden aktuell 4 Teilzeitkurse (4-jährige Ausbildung) und 3 Vollzeitkurse (3-jährige Ausbildung) durchgeführt. 2025 wurden ebenso zwei neue Kurse für die Ausbildung zu Pflegefachassistenten aufgenommen, um den neuen Anforderungen des
§ 113c SGB XI Rechnung zu tragen.
Die Diakonische Gemeinschaft Nazareth hat wie geplant ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht.
Die Teilnehmenden-Zahl in der Freiwilligenagentur Bethel lag mit 456 etwas unter den gesteckten Zielen. Finanziell wird das Ergebnis durch die beteiligten Stiftungs- und Unternehmensbereiche und dem Verbund getragen.
In der Evangelischen Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde, in der die berufsbegleitende Ausbildung von Diakoninnen und Diakonen, die theologisch-diakonische Fortbildung/Diakonissenausbildung und das Angebot von Basis- und Vertiefungskursen Diakonie zusammengefasst sind, belief sich die Zahl der Studierenden auf 452 (im Vorjahr 349). Dieser Anstieg war vor allem durch eine höhere Nachfrage beim Basiskurs Diakonie begründet. Zudem konnte mit etwas geringeren Spenden- und Nachlassmitteln das Ergebnis ausgeglichen ausgewiesen werden.
Der Bereich der Wohnungswirtschaft bleibt im Ergebnis 36 T€ unter Plan. Maßgeblich sind dabei höhere Instandhaltungen für die Häuser Horeb, Nazareth und Groß Bethel.
Das Tagungszentrum Bethel weist ein negatives Ergebnis von -108 T€ aus. Die Ergebnisbelastung fiel damit höher aus als geplant. Insbesondere die Nachfrage am Standort Groß Bethel war geringer als erwartet und kalkuliert.
Die Personalgestellung inkl. der der KZVK-Stärkungsbeiträge weist ein Defizit von -262 T€ aus. Dieser Bereich wird sich auch in den nächsten Jahren weiter negativ darstellen.
Die Stiftung Sarepta erzielte mit 888 T€ ein Ergebnis von 726 T€ über Plan.
Maßgeblich waren dabei drei Bereiche: Allein aus der Diakonissenversorgung konnten 432 T€ Auflösungserträge ausgewiesen werden. Ein Sondereffekt, der aus den finanzmathematischen Bewertungen der Rückstellung für die Versorgung der Diakonissen in genossenschaftlicher Form resultiert.
Daneben konnte das Alice-Salomon-Haus ein positives Ergebnis von 247 T€ ausweisen. Dieses Ergebnis ist wiederholt durch gute Pflegesatzverhandlungen und eine gute Personalsteuerung möglich geworden. Und der Bereich der Spezialisierten Ambulanten Palliativ Versorgung (SAPV) konnte sein Ergebnis um 370 T€ verbessern.
Das Kinder- und Jugendhospiz war mit einer durchschnittlichen Belegung von 68 % geringer ausgelastet als in den Vorjahren. Dies ist auch hier auf den Fachkräftemangel zurückzuführen, der sich im Bereich des SAPV besonders bemerkbar machte.
Die Vermietungen lagen um 84 T€ unter Plan. Dabei entfielen 178 T€ auf höhere Instandhaltungsaufwendungen für die Gebäude Haus Ulme und das Lydiaheim.
Die Personalgestellung inkl. der Altfälle der KZVK weist auch in Sarepta ein Defizit von -111 T€ aus. Dieser Bereich wird ebenfalls in den nächsten Jahren das Ergebnis der Stiftung belasten.
Die Zahl der Schwestern mit Versorgungsansprüchen gegenüber der Stiftung ist im Jahr 2025 auf 47 gesunken. Die durchschnittlichen Aufwendungen je Schwester erhöhten sich um gut 3%. Die zur Sicherung der Diakonissenversorgung gebildeten Pensionsrückstellungen können auch durch die höhere Verzinsung des Kapitals teilweise aufgelöst werden.
Die Schwesternschaft lag leicht unter Plan, da die Beiträge der Schwestern und die Zuweisungen der Stiftungen nicht ausreichen, um den Aufwand zu finanzieren. Im Jahresabschluss konnten das Ergebnis aus vorhandenen Spenden- und Nachlassmitteln ausgeglichen werden.
Für den Betrieb des Mutterhauses bzw. Haus der Stille entstand ein Fehlbetrag von -203 T€. Unter anderem lagen die Instandhaltungsaufwendungen über der Planung, da die weitere Sanierung der Fassade sowie des Gästebereichs das Ergebnis belasten.
Das Einkehrangebot weist leider ebenso eine Unterdeckung von 47 T€ aus. Die Neuausrichtung und Weiterentwicklung des Angebots führen zu einer besseren öffentlichen Resonanz. Wirtschaftlich konnten die Ergebnisse jedoch nicht verbessert werden.
Der sonstige Bereich der Stiftung beinhaltet die zentrale Hauswirtschaft, die Wohnungswirtschaft sowie die Gebäude Abendfrieden und Lohmannshof.
Insgesamt ist die Direktion mit den erreichen Zielen sehr zufrieden und prognostiziert für das Jahr 2026 leicht zurückgehende, aber weiterhin positive Ergebnisse.
Diakon Carsten Böhrnsen
Direktion
