Texte zur Nazareth - Geschichte
In den bisherigen drei Broschüren mit Texten zur Geschichte der Stiftung Nazareth sind bisher u.a. erschienen:
- Die Freie Evangelische Nazareth-Pflegerschaft
- Posaunenarbeit im Kaiserreich
- Fürsorgearbeit im Ersten Weltkrieg
- Pastor Friedrich von Bodelschwingh der Jüngere
- Nazareth und der Johanniterorden
Chronologie der Ereignisse und Entwicklung des Lutindi Mental Hospitals in Tansania (1948 bis 1974)
Die Geschichte des Lutindi Mental Hospitals in Tansania ist faszinierend. Nicht nur der Anfang 1896, der Aufbau einer Heimstätte für freigelassene Sklavenkinder und 1906 die Einrichtung für psychisch und epileptisch kranke Menschen ist beeindruckend. Genauso die Zeit danach, die über hundertjährige Geschichte, in der die Führung Gottes deutlich erkennbar ist.
Aber Lutindi besteht weiter. Mir war es ein Anliegen, anhand der „Annual Reports“, der Jahresberichte, die für die Leitung der Kirche (ELCT-NED) und für das Gesundheitsministerium Tansanias geschrieben wurden, sowie anhand von einigen Briefen, Aufzeichnungen und mündlichen Berichten die wichtigsten Ereignisse im Lutindi Mental Hospital chronologisch geordnet aufzuschreiben und somit die Entwicklung bis 1974 darzustellen – nicht in Buchform als Erzählung, sondern lediglich als eine Art Auflistung, damit nachgelesen werden kann, wann was war. Einige Ereignisse bzw. deren Ursachen wurden mir persönlich von Waltenbergs, Grüningers, Lebers und Schumachers berichtet oder ich habe sie selber erlebt.
Die schriftlichen Unterlagen aus den Jahren 1928 bis 1984, die ich bei meinen Besuchen in Lutindi fand, habe ich fotografiert und auf einer CD gespeichert. Sie befindet sich mit meiner Arbeit im Nazareth-Archiv. Die darauf festgehaltenen Jahresberichte von 1975 bis 1984 wurden von meinen Nachfolgern geschrieben. Ich hoffe, dass sie anhand ihrer Berichte diese Chronologie fortsetzen.
Meine Aufzeichnungen sind keine wissenschaftliche Arbeit. Ich habe sie so sorgfältig wie möglich zusammengestellt und hoffe, damit einen kleinen Beitrag geliefert zu haben, die Geschichte Lutindis darzustellen und festzuhalten.
- Lutindi - Chronologie der Entwicklung und Ereignisse (Helmut Scholten)
Reinhard Neumann: "Das werkende Gotteswort"
Das Friedrich von Bodelschwingh-Fenster im Bildprogramm der Dortmunder St. Reinoldikirche In: Günter Högl/Thomas Schilp (Hgg.), Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark, Band 91, Dortmund 2000.
Seit dem Jahr 1913 stand die Dortmunder Reinoldi-Kirchengemeinde in engem Kontakt zur Westfälischen Diakonenanstalt Nazareth. Bis zum Jahr 1947 arbeiteten dort in Folge vier Nazareth-Diakone als "Sekretäre" des "Evangelischen Männer- und Jünglingvereins". Im Dezember 1931 wurde in St. Reinoldi ein Kirchenfenster mit der Darstellung des Betheler Patriarchen, Pastor Friedrich von Bodelschwingh, geweiht. Doch selbst Experten wussten bisher nichts vom so genannten "Bodelschwingh-Fenster". Nicht völlig zu Unrecht, denn die Zerstörungen des 2. Weltkriegs bereiteten jenem Dekor, wie auch fast der gesamten übrigen Kirche, ein abruptes Ende.
Reinhard Neumann: "Die Nazareth - Schwestern Frauen in der Diakonie ohne Mutterhausbindung"
In: Matthias Benad (Hg.), Bethels Mission (1), Zwischen Epileptischenpflege und Heidenbekehrung, Bielefeld 2001.
Eine Frauenberufsgruppe in der Diakonenanstalt Nazareth wurde gemeinhin mit dem missverständlichen Namen Nazarethschwesternschaft bezeichnet. Es handelte sich um Frauen, die zu Beginn des 1. Weltkriegs bei akutem Arbeitskräftemangel zu ähnlichen Bedingungen wie Diakone eingestellt wurden , ohne aber dauerhafte Anstellung zu finden und geistlich organisiert zu werden. So hatten die unter dem Begriff "Nazareth-Schwestern" berufstätigen Frauen nie eine echte Chance, sich zu einer organisierten Schwesternschaft an der Seite der Diakone zu entwickeln.
Reinhard Neumann: "Zwangsarbeit und Freie Helfer in Nazareth"
In: Matthias Benad/Regina Mentner (Hgg.), Zwangsverpflichtet, Kriegsgefangene und zivile Zwangsarbeiter(-innen) in Bethel und Lobetal 1939-1945, Bielefeld 2002.
Unter der Gruppe der "Freien Helfer" der Westfälischen Diakonenanstalt Nazareth befanden sich zahlreiche französische Pharmazie- und Medizinstudenten, deren anfänglich von den Behörden als freiwillig deklarierte Mitarbeit in der Krankenpflege sich bald als Zwangsverpflichtung entpuppte. Unter diesen "Freien Helfern" fanden sich aber auch einige "Halbarier", deren sich Nazareth angenommen hatte, - und ein niederländischer Zwangsarbeiter, der, trotz Zwangsverpflichtung, in Bethel eine geistliche Heimat fand.
Horst Bauer, Andreas Bundrock, Robert Frick, Heinrich Jürgenbehring, Reinhard Neumann, Helmut Rosemann, Jürgen Steinbrück (Hg.)"Was kann aus Nazareth Gutes kommen?"
Aus der 125jährigen Geschichte der Diakonischen Gemeinschaft und Westfälischen Diakonenanstalt Nazareth/Bethel Bielefeld 2002.
Zum 100-jährigen Bestehen 1977 legte Robert Frick ein Geschichtsbuch Nazareths vor. Dieses Buch wurde im Original neu aufgelegt und nicht verändert, auch wenn aus heutiger Sicht einige Ereignisse anders oder neu bewertet werden (können). Beiträge zur Geschichte Nazareths in den dann folgenden 25 Jahren wurden hinzugefügt. Den Mitgliedern, Freundinnen, Freunden Nazareths soll eine Darstellung der Gemeinschaft an die Hand gegeben werden, die einen Einblick in die Entwicklung und das Leben Nazareths ermöglicht.
Reinhard Neumann: "Gutes getan und doch schuldig?"
Der Betheler Diakon August Schellenberg und sein Wirken in den Niederlanden 1937-1949 In: Bernd Hey (Hg.), Jahrbuch für Westfälische Kirchengeschichte, Band 99, Bielefeld 2004
Der Betheler Nazareth-Diakon August Schellenberg arbeitete seit April 1937 als Seemannsmissionar in Amsterdam. Mit der Okkupation der Niederlande durch die Deutsche Wehrmacht im Mai 1940 wurde Schellenberg direkt einer Dienststelle des "Höheren SS- und Polizeiführers für die besetzten Niederlande" unterstellt. In dem Aufsatz wird das Wirken Schellenbergs in den Niederlanden zwischen 1937 und 1949 dargestellt, das unmittelbar mit den widrigen Zeitumständen des von Deutschland begonnenen Krieges, aber auch mit der Verfolgung, der Deportation und schließlich der Ermordung von rassisch und politisch unerwünschten Menschen verbunden war, die aufgrund einer pervertierten Politik zum rechtlosen Freiwild erklärt worden waren.
Reinhard Neumann: "Betet für mich, dass die Kraft des Herrn in mir Schwachem mächtig werde"
Deutsches Schiffahrtsarchiv - Wissenschaftliches Jahrbuch des Deutschen Schiffahrtsmuseums, Band 27, 2004.
Während des so genannten "Boxer-Aufstands" in China (1900-1901)wurden sieben Nazareth-Diakone an Bord eines Überseedampfers des Norddeutschen Lloyd, der "Gera", als Krankenpfleger nach China gesandt. Die Reiseroute führte sie von Wilhelmshaven bis nach Shanghai. Die gesamte Reise dauerte etwa elf Wochen. An Bord der "Gera" herrschten für die Diakone recht ungewohnte Zustände. Differenzen mit der sonstigen Besatzung des Schiffes, ihren Vorgesetzten und nicht zuletzt Querelen untereinander führten schließlich dazu, daß nach einer persönlichen Intervention Pastor Bodelschwinghs d. Ä zwei Diakone vorzeitig nach Deutschland zurückkehrten. Die restlichen fünf Brüder sind bis zum Ende der Expedition als Krankenpfleger an Bord der "Gera" geblieben.
Matthias Benad (Hg)"Eckardtsheim- Bethels Kolonien in der Senne"
Von der Gründung der Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf bis zur Auflösung als Teilanstalt. Frühjahr 2005. Darin:
Reinhard Neumann: "Die Senne und das Militär"
Bis zum Ende des Deutschen Kaiserreichs betrieb Nazareth auf dem Truppenübungsgelände in der Senne das Soldatenheim "Hohenzollerhaus", in dem jährlich tausende junger, wehrpflichtiger Soldaten im Sinn einer "behüteten" Fürsorge betreut wurden.
Reinhard Neumann: "Der Betheler Freiwillige Arbeitsdienst."
In einem konfessionell geprägten "Freiwilligen Arbeitsdienst" sollten während der Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre arbeitslose Jugendliche aus den Industriegebieten in landwirtschaftliche Berufe umgeschult werden. Die hoffnungsvollen Ansätze dieser Arbeit in den Jahren 1931-1933 wurden durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten abrupt beendet.
Reinhard Neumann: "Der Beckhof - die etwas andere Bethelkolonie"
Ab dem Herbst 1958 bezogen ehemalige "Displaced Persons" (DP´S)- seit dem Jahr 1945 heimatlos gewordene Ausländer, zumeist aus den Staaten Ost- und Nordosteuropas - die Beckhofsiedlung. Ein eigenes Gemeinwesen entstand, in dem seither Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und religiöser Bekenntnisse zusammenleben. Die Siedlung erhielt im Jahr 1962 eine eigene Kirche, die unter ihrem Dach vier religiöse Kulträume vereinigt. Durch den Zustrom von Umsiedlern aus Osteuropa wird in den letzten Jahren die Beckhofkirche und das ökumenische Gemeindehaus in starkem Maß religiös und kulturell frequentiert.
Reinhard Neumann: Die Teilnahme der Minden-Ravensberger Posaunenchöre bei der Denkmaleinweihung an der Porta Westfalica
in: Bernd Hey (Hg.), Jahrbuch für Westfälische Kirchengeschichte, Band 100, 2006
Zum Inhalt:
Am 18. Oktober 1896 war die Einweihung des Denkmals an der Porta Westfalica zu Ehren Kaiser Wilhelms I. Auch über 1.200 Bläser der Minden-Ravensberger Posaunenchöre unter der Leitung des damaligen Vorstehers der Westfälischen Diakonenanstalt Nazareth, Pastor Johannes Kuhlo, nahmen an den Einweihungsfeierlichkeiten teil.




